Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner.
- Obersteiner, Heinrich, 1847-1922.
- Date:
- 1888
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
267/426 (page 253)
![theile des Grosshirns hin verfolgen können: Frontale Brückenbahn (Faisceau corticobulbaire, vordere Grossliirnbrückenbahn). Dieser Strang degenerirt bis in die Brücke hinein, aber nicht weiter, nach Erkrankungen des Stirnhirns oder des vorderen Theiles der inneren Kapsel: meist bleibt jedoch am medialen Rande des Hirnschenkelfusses ein dünner Faserzug von der Degeneration verschont, so dass wir für diesen einen besonderen, nicht näher bekannten Verlauf annehmen müssen. Die lateralen Bündel des Hirnschenkelfusses (4) werden gewöhn- lich als sensible Bahnen angesehen; ihr weiterer Verlauf spinalwärts durch die Brücke ist ebenfalls noch unbekannt. Sie stammen aus den hinteren Theilen der Hemisphären, dem Parietal-, Occipital- und Tem- porallappen. Sie pflegen auch bei secundärer, absteigender Degene- ration des Hirnschenkels verschont zu bleiben, doch können sie aus- nahmsweise in eine ausgebreitete absteigende Degeneration in dieser Gegend mit einbezogen werden (Iiossolymo), ein Umstand, der gegen ihre sensible Bedeutung sprechen könnte. Die Bezeichnung dieser Bün- del als Türck'sche Bündel, wie dies mit unter geschieht, wäre zu ver- meiden, da man sonst allgemein dem PyV diesen Xamen gibt. Die dorsale Grenzschicht des Hirnschenkelfusses gegen die 8ub- Btantia nigra hin (5) besteht ans dünnen Fasern, welche nach Meynert aus den Zellen de]' letztgenannten grauen Masse stammen sollen und daher von ihm als Pedunculus substantiae nigrae bezeichnet werden. Sie ziehen gegen die Brücke herab und verlieren sich dort in dem Gebiete der Hanbe. Für die eigentliche Fortsetzung des PyS und PyV bleibt demnach eine Abtheilung des Hirnschenkelfusses übrig (0), welche, wenn wir ihn in drei Theile theilen, etwaseinen] mittleren I >ritttheile (nach ('harcot den beiden mittleren Vierttheilen) entspricht. Durch den keineswegs ganz parallelen, vorzüglich oerebral- wärts divergirenden Verlauf der Fasern im Hirnschenkelfusse kann Fig AS Tg 133. Schema des Hirnschenkels. Aquaeductus Sylvii, Q Vierhügel, Tegmentura, Ntg ßother Kern der Haube, »StoSSubstantia nigraSoemmeringi, 1— c, Pes pedunculi, / Bündel von der Schleife zum Fusse, 2 centrale ßalin der weiter Bpinalwärts entspringenden □notorischen Hirnneryen, 3 frontale Brückenbahn, 4 sensibler Antheil des Hirnschenkelfusses, 5 dorsale Grenz- schichl des Hirnschenkelfusses, 6 Pyra- midenbahn.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211693_0267.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)