Abhandlungen und Erfahrungen aus dem Gebiete der Geburtshfe und der Weiber-Krankheiten ; erste Decade.
- Trefurt, Johann Heinrich Christoph, 1806-1852.
- Date:
- 1844
Licence: Public Domain Mark
Credit: Abhandlungen und Erfahrungen aus dem Gebiete der Geburtshfe und der Weiber-Krankheiten ; erste Decade. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
310/396 (page 292)
![Vorberge zugekehrten Wand, und hier wiederum am meisten auf der linken Seite, seltener dagegen ganz in den Seilen, oder an der voideren Beckenwand gefunden werden. Bei der Zangenoperation kann der Uterus sowohl hei der Anlegung des Instrumentes, wie bei der Extrac- lion des Kindes mit demselben, verletzt werden. Im er- steren Falle ti'ägt wohl immer eine nicht gehörig genaue Untersuchung die Schuld, wenn nämlich der Geburtshelfer den noch unbedeutend wenig, oder gar nicht eröffneten Muttermund in solchen Fällen nicht fühlt, wo der Ko])f mit dem unteren sehr dünnen Uterinsegment, tief in das Becken herabgetrieben ist, wobei sich dann das OriOcium uteri ganz hinter dem vorliegenden Kindstheile befindet. Umstände, die selbst geübte Geburlshelfer zu einer dop- pellen Täuschung veranlasst haben, indem sie entweder den Muttermund für vollkommen geöffnet, und den Kopf für zangengerecht stehend hielten, oder einen vollkomme- nen Mangel des Muttermundes wähnten, und sich wohl gar zu der künstlichen Bildung eines solchen mit dem Messer entschlossen. Wenn sich aber der Accoucheur durch die hiebei meistens lange Dauer und Schnrerz- haftigkeit der Geburt zur Anwendung der Zange verleiten lässt, so wird im glücklichsten Falle und bei übrigens grosser Vorsicht die Einführung der Löffel gar nicht gelingen, die Application deshalb noch verschoben, und dann bei mehr von hinten nach vorne kommendem Mutter- munde der Irrthum entdeckt, oder man sieht das nur mit grosser Mühe angelegte Instrument beim leisesten Zuge abgleiten, oder endlich kann unter unglücklichen Umstän- den, besonders aber bei angewendeter Gewalt die Gebär- mutter an beiden Seiten von den Enden der Zangenlöffel durchstossen , und mit dem Kinde zugleich der verwun dete Fruchthälter hervorgerissen werden, Fälle, die leider wirklich Öfter vorgekommen sind. Es ist ferner die Mög- lichkeit nicht zu leugnen, dass, zwar wohl nur in den seltensten FTillen, bei Einführung der Zange, mit den](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21081530_0310.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)