Volume 1
Grundzüge der allgemeinen und medicinischen Chemie ... / Redigirt von ... Ignaz Gruber.
- Jacquin, Joseph Franz, Freiherr von
- Date:
- 1836
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Credit: Grundzüge der allgemeinen und medicinischen Chemie ... / Redigirt von ... Ignaz Gruber. Source: Wellcome Collection.
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![Schwefelantimon. 397 schmacklose, in Wasser unlösliche Pulver war ein Gemenge von antimonichter Säure und Antimonsäure in einem nach dem Grade und der Dauer der Hitze während des Glühens verschiedenen Ver¬ hältnisse, und in einem nach der Beschaffenheit der angewende¬ ten Körper verschiedenen Grade von Reinheit. — Das Antimon ist weder mit dem H., noch mit dem Stickstoff und Kohlenstoff bisher verbunden worden; auch kennt man kein kohlens. Antimon- oxyd. Mit dem Phosphor verbindet sich das geschmolzene Antimon leicht und unmittelbar; das Phosphorantimon ist ein weisses, sprö¬ des, glänzendes Metallkorn. Das Antimonoxyd verbindet sich auf nassem Wege nur in sehr geringer Menge mit der Phosphors., auf trocknem Wege schmilzt es damit zu einem Glase. 331. Das Antimon hat drei bestimmte Schwefelungs¬ stufen , welche den drei Oxydationsstufen desselben ganz proportional sind. Von dem ersten Schwefelantimon Kennt man zwei Modificationen. y 332. Erstes Schwefelantimon = Sb. K. Das graue Schwe¬ felantimon, rohes Spiessglanz, Schwefelantimon (ohne Zusatz), Antimonium sulfuratum nigrum, Antimonium s. Stibium cruclum, nt Sulfuretum Stibii, SulfidumStibii, Sb = 221,03QQ — 72,77 Sb ] 27,23 S., wurde schon von den Alten zum Schwarzfärben der Augenbraunen, von den Alchemisten zum Reinigen des Goldes von andern Metallen, unter dem Namen Lupus me- tallorum, häufig gebraucht. Die genauere Kenntniss des¬ selben verdankt man den berühmten Chemisten Berg¬ mann, V autfuelin, Proust, H. Rose uiid Berze- lius. Das Grauspiessglanzerz, welches in grosser Men¬ ge fast in allen Ländern sich findet, braucht bloss auf me¬ chanische Art von der Gebirgsart gereiniget zu'werden, um als Stibium venale in Handel gesetzt werden zu können. Hierzu wird das gepochte Erz in steinerne Krüge, Töpfe oder Tiegel gebracht, die über andere, in die Erde ein¬ gegrabene Krüge gestellt, durch rings herum angeleg¬ tes Feuer erhitzt werden. Dadurch kommt das Erz in Fluss und läuft durch ein im Boden der oberen Krüge befindli¬ ches Loch in die untern, während die nicht geschmolze¬ ne Gangart in den obern zurückbleibt. Es bildet auf die¬ se Weise nach dem Erstarren dicke runde Kuchen, die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2933357x_0001_0415.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)