Erfolge einer neueren Behandlungsmethode bei Tetanus / von Theodor Kocher.
- Emil Theodor Kocher
- Date:
- 1912
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Credit: Erfolge einer neueren Behandlungsmethode bei Tetanus / von Theodor Kocher. Source: Wellcome Collection.
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![Am nächsten Tag Zunahme der Steifigkeit. Nun werden mittags 2 ccm einer 25% Magnesiumsulfatlösung in den Lumbalsack eingespritzt. Nach- mittj^ä zeigt sich erhebliche Abnahme der Steifigkeit. Zweite Injektion abends, dazu''nochmals 10 ccm Tetanusantitoxin. Subkutane Infusion von 500 ccm sterilisierten Wassers. Am nächsten (dritten Tag im Spital) Tag hält die Abnahme der Steifigkeit an. Dagegen kann Patient nicht mehr spontan urinieren. Abends nochmals Injektion von 3 ccm 25% Magnesiumsulfatlösung intradural. Zweimal 0,01 Mor- phium und zweimal 0,02 Carbollösung. Am vierten Tag kann Patient wieder spontan urinieren. Zweimal 0,02 Carbo], zweimal 1,0 Chlorhydrat. Am sechsten Tag wieder stärkere Steifigkeit, daher Injektion von 5 ccm der 25% Magnesiumsulfatlösung. Nach 15 Minuten Nachlaß der Steifigkeit, erst an den Beinen, dann Abdomen, dann an den Armen. Nach einer Stunde kann man den Patienten ohne Schwierigkeit aufsetzen. Nach einigen Stunden ist er völlig schlaff, atmet freier. Patient ist etwas benommen. Am späten Abend tritt wieder etwas Steifigkeit ein. Am siebten Tag Zunahme der Steifigkeit, daher neue Einspritzung der- selben Magnesiumlösung 5 ccm. Nach Stunde bedeutender Nachlaß der Steifig- keit in derselben Keihe wie oben. Am achten Tag wegen Wiedereintritt der. Steifigkeit Injektion von 5 ccm 25% Magnesiumlösung in den Lumbalsack. Am neunten Tag dieselbe Behandlung wie gestern wegen erneuter Steifig- keit. Nachlaß der Starre nach Stunde. Nach vier Stunden sind alle Muskeln an Beinen und Eumpf schlaff. Zehnter Tag. Viermal täglich 1,0 Calcium chloratum. Dreizehnter Tag. Starre erheblich geringer, Patient ist besser. Sechzehnter Tag. Steifigkeit an Armen und Beinen fast völlig ver- schwunden. Wieder Blasenstörungen. Patellarreflexe aufgehoben. Dreißigster Tag. Starre verschwunden. Blase stark gefüllt. Wohl- befinden. Entlassung. Bahteriologisch fanden sich frisch keine typischen Bakterien. Die anaerobe Kultur hatte typischen (nach Prof. Kolle charakteristischen) Geruch. In den- selben «zahlreiche Stäbchen, aber keine mit Sporen. Die geimpften Mäuse gingen sämtlich rasch zugrunde, eine zeigte Starre der hinteren Pfoten. Fall 2. Ernst Bercliteii, 16 Jahre alt, aus der Anstalt Engistein, tritt am 13. Mai 1912 in die Klinik. Der Knabe verletzte sich vor zwölf Tagen am linken Daumen mit einer Säge; da er wenig Beschwerden hatte, so fuhr er in der Be- sorgung von Kindvieh, die seine Arbeit bildete, fort. Sieben Tage später klagte er über Schluckbeschwerden, Steifigkeit und Spannung im Gesicht, besonders links, am Tag darauf Eückenschmerzen. Am 10. Tage mußte er der zunehmenden Schmerzen wegen zu Bett bleiben. Jetzt konnte er auch den Mund nicht recht öffnen. Den Angehörigen fiel der grinsende Gesichtsausdruck auf, der Kopf wurde nach hinten gezogen. Schon Jetzt stellten sich Krampfanfälle ein bei Jedem Lärm mit heftigem Trismus und Opisthotonus. Der Arzt sah ihn erst am 12. Tage, d. h. am 5. nach der Erkrankung und sandte ihn ins Spital. Der Status zeigte einen typischen Tetanus mit Verzerrung des Gesichts, Trismus und Opisthotonus. Starre der Bauchmuskeln, Arme und Beine können in den zentralen Gelenken nur mühsam etwas bewegt werden, Hände und Füße ^ dagegen werden frei bewegt. Am Daumen eine zackige Eißwunde durch den Nagel hindurch, peripherer Teil des Nagelgliedes nekrotisch, stinkender Eiter unter dem Nagel. Temperatur](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2243902x_0004.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


